Ah, ich sehe gerade... Ich meinte in meinem vorherigen Beitrag natürlich Add-ons und nicht Plugins.
Luna hat geschrieben: ↑19.12.2022, 15:05
Obwohl das ja alles so angeblich sicher ist landen meistens diejenigen vor dem Richter die es eigentlich am besten wissen müssten ihre wahre Identität zu verschleiern.
Müssten sie das?
Bei Elysium ist den Betreibern beispielsweise ein Programmierfehler unterlaufen, der den Standort des Servers preisgab:
https://www.vice.com/de/article/panv87/jagd-auf-elysium-das-ende-der-grossten-deutschen-kinderporno-plattform.
Dem Administrator von "Boystown" wurde ein Facebook-Foto zum Verhängnis:
https://correctiv.org/aktuelles/2022/09/13/kindesmissbrauch-wie-die-verhaftung-des-boystown-administrators-in-paraguay-ablief/.
Natürlich konzentriert sich die Polizei auf die Plattformbetreiber, um die Seite abschalten zu können. Letztlich ist es immer irgendein Fehler, der diesen Leuten unterläuft und somit ihre Identität verrät. Wenn das Administratoren-/Moderatorenteam dann auch noch in der echten Welt in Kontakt steht, führt ein Tatverdächtiger zu weiteren. Dies dürfte auch im letzten Fall passiert sein, wo dann ein Tatverdächtiger erst eine Woche später von den Polizisten aufgesucht wurde. Verdeckte Ermittler versuchen das Vertrauen von den Administratoren zu gewinnen oder können sogar den Account von einem Moderator (z.B. bei "The Giftbox Exchange" geschehen) oder Administrator übernehmen, nachdem dieser verhaftet wurde. Das ist klassische Ermittlungsarbeit, die zu diesen Verhaftungen führt.
Einen Monat später, es ist Ende Januar 2017, entdeckt ein verdeckter Ermittler schließlich etwas, das ihn elektrisiert: Die Seite verrät ihre IP-Adresse, wenn ein User ein Avatarbild auf sein Profil hochlädt. Eigentlich wird die wahre IP-Adresse einer Seite im Darknet durch eine lange Kette von Servern verschleiert. Doch die Betreiber haben bei der Programmierung der Datenbank einen Fehler gemacht. Der Datenverkehr wird beim Bildupload kurz auf eine Seite im offenen Internet geleitet.
Um herauszufinden, wo das Zentrum von Elysium genau liegt, fragen die Ermittler jetzt deutsche Internet-Provider nach der entdeckten IP-Adresse, ein Routinevorgang. Volltreffer: Der Server steht nicht irgendwo angemietet auf einer weit entlegenen Pazifikinsel, wie es bei illegalen Darknet-Seiten oft der Fall ist, sondern in einer hessischen Kleinstadt, eine Autostunde vom Gießener Büro der ZIT entfernt.
Letztlich führt ein ganz anderer Ansatz Ermittler des US-Ministeriums für Innere Sicherheit auf die Spur eines Giftbox-Betreibers. Es ist ein simpler Fehler: Er hat die Server für die Plattform zwar in der anonymen Digitalwährung Bitcoin bezahlt, aber das Konto mit seiner persönlichen E-Mail-Adresse registriert.
Meistens ist es doch so, dass das Problem vor dem Rechner sitzt. Dann bringt dir auch TOR oder Bitcoin nichts.