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Smaragd aus Oz
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Re: Sind Girllover hochsensible Menschen? (mit Test)

Beitrag von Smaragd aus Oz »

Gestern fand ich zum Thema Hochsensibilität einen Artikel auf Spiegel.de.

http://www.spiegel.de/panorama/gesellsc ... 89,00.html

Nahezu alle Beschreibungen in dem Artikel treffen auf mich zu und es schien mir, als hätte mich der Autor durchschaut:

  • Lärm- bzw. Geräuschempfindlichkeit
  • Sonnenlichtempfindlichkeit
  • Hineinversetzen und Mitfühlen bis hin zur Resorbtion des Anderen Schmerzes
  • panische Spekulationen, wenn man angeguckt wird und Gedankenspiele, was der Anguckende über mich denken könnte
  • ständige Verarbeitung aller Wahrnehmungen - Nichtabschaltenkönnen
  • bei Argumentationen totale Ablehnung bei abweichender Ansicht / kapitulierende Unterordnung bei Identifikation mit Argumentation des Kontrahenten
  • Getriebenfühlen, wenn jemand auf mich wartet oder etwas von mir erwartet
  • ständiges Infragestellen von sich selbst und eigenen Entscheidungen
  • zähes Abwägen aller Aspekte eines Problems
  • hohe Überwindungskraft bei weitreichenden Entscheidungen
  • Angst vor Veränderung


Folge davon ist, dass man sich zum Schutze vor diesem Dauerstress von Menschen und menschenreichen Orten fernhält, Rituale und Routinen erschafft, und eine eher statische Lebensweise bevorzugt.


Die Lektüre des Artikels habe ich zum Anlass genommen, um den Test aus Brunos Startbeitrag noch mal zu machen. Ich habe bis auf 5 Punkte das gleiche Ergebnis erzielt.


Bisher führte ich viele der oben genannten Erscheinungen auf meine Kinderliebe zurück, doch ein Zusammenhang mit der Hochsensibilität erscheint mir nun plausibler. Erstens stehen nicht alle Phänomene im Zusammenhang mit Kinderliebe, zweitens erlebe ich im Forum manche Kinderliebende, denen die oben genannten Eigenschaften völlig fehlen.
Allerdings gibt es auch einige Mitglieder, die in ihren Beiträgen die og Phänomene ebenfalls hart beschrieben haben, manche sogar kumulativ wie in meinem Falle.


Die gewonnene Erkenntnis führt zu drei Schlussfolgerungen:

1. Eine wesentliche Bedeutung gibt es für mich persönlich:

Bisher hielt ich meine Zurückgezogenheit und statische Lebensweise für ein Defizit, das ich zum Erreichen einer höheren Lebensqualität überwinden müsse.
Jetzt weiß ich, dass es sich in Wahrheit um einen Schutzmechanismus handelt, der mir ein gewissen Maß an Lebensqualität sichert.

Deshalb finde ich den Ratschlag am Ende des Testes geradezu bösartig:

[color=#000000]Testergebnis[/color] hat geschrieben:Je weiter Ihre Punkte-Anzahl über 200 liegt, umso mehr sollten Sie darauf achten, sich in kein Schneckenhaus zu verkriechen. Sie werden sicher noch glücklicher und leistungsfähiger sein, wenn Sie nicht versuchen zu leben wie ein nicht-HSP. Arbeiten Sie daran Wege und Möglichkeiten zu finden, um in einer Ihnen angenehmen Weise Kontakt mit der Welt zu halten.
Der Lärmempfindliche soll also rausgehen und sich neben einen Presslufthammer stellen, der Lichtempfindliche soll sich mit offenen Augen in die Sonne legen, der Mitfühlende soll Samariter werden bis er vor Schmerzabsorption selbst zu Tode geht, der Zweifelnde und Abwägende soll sich mit Problemen beschäftigen bis sein Kopf eine Division durch Null macht??
Die spinnen.

Diesen Schutzmechanismus zu deaktivieren, indem man wie ein Nicht-HSP zu leben versucht, ist so, als würde Lt. Cdr. LaForge das Eindämmungsfeld des Warpkerns deaktivieren. :?
Das wird der Chefingenieur in meinem Körper sicherlich nicht tun. Er wird jetzt aber wissen, dass das Eindämmungsfeld noch wichtiger ist als angenommen und es verstärken.



2. Eine weitere Bedeutung hat dies für meine Darstellungen im Forum:

Auf Grund dieser Erkenntnis muss ich meine Beiträge relativieren, in denen ich Usern, die von den gleichen Problemen berichtet haben, zu einem Ändern ihrer Lebensweise und zur Aufbruchstimmung geraten habe.
Diese Sichtweise kann ich ab heute nicht mehr uneingeschränkt vertreten und die Adressaten meiner Änderungsratschläge mögen dies bitte zur Kenntnis nehmen. Eventuell handelt es sich bei dem einen oder anderen ebenfalls um einen Schutzmechanismus. Diejenigen müssten ihre Situation auf Basis der neuen Fakten neu überdenken.
Dabei denke ich zum Beispiel an unsere Gewürzgurke. :( Halte Dein Eindämmungsfeld intakt!!!



3. Und eine letzte Bedeutung für andere:

Der Artikel enthält rationale Erklärungen meines Verhaltens und führt sie auf eine gemeinsame Ursache zurück.
Das könnte zum Verständnüs verhelfen, warum ich in manchen Situationen auf eine bestimmte Art und Weise reagiere / nicht reagiere. Er gibt auch denjenigen einen erweiterten Einschätzungsaspekt, die mich für paranoid nur um der Paranoia-Willen oder schlicht für geisteskrank halten.

... Und hab’s Pflücken nicht gemacht.
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Horizonzero
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Re: Sind Girllover hochsensible Menschen? (mit Test)

Beitrag von Horizonzero »

OO- teilweise kommen mir die Punkte auch nicht so ganz unbekannt vor ....
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Perma
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Re: Sind Girllover hochsensible Menschen? (mit Test)

Beitrag von Perma »

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Lolimat
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Re: Sind Girllover hochsensible Menschen? (mit Test)

Beitrag von Lolimat »

Ich bilde dann wohl zusamen mit Waldbär beim HS-Test das Schlusslicht (habe auch nur 123 Punkte).
"Für eine HSP kann es manchmal anstrengend neben Ihnen sein."

Das finde ich jetzt aber schon ein bißchen frech von denen.

... und sie sah die Welt nicht so wie sie war, sondern wie sie sein könnte. aus Cinderella

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Smaragd aus Oz
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Re: Sind Girllover hochsensible Menschen? (mit Test)

Beitrag von Smaragd aus Oz »

[color=#000000]Lolimat[/color] hat geschrieben:"Für eine HSP kann es manchmal anstrengend neben Ihnen sein."

Das finde ich jetzt aber schon ein bißchen frech von denen.
Entschuldige, aber nein: Das ist nicht frech, sondern die schlichte Wahrheit.

Kennst Du Star Trek TNG und die dort aufretenden Betazoiden?
Wenn nicht, dann der Hinweis: Betazoiden sind Telepathen, die Gedanken und Gefühle der um sie befindlichen Lebewesen aufnehmen können.

Das Nebeneinandersein von HSP und Nicht-HSP ist wie das Zusammensein von Menschen und Betazoiden, nur ohne das gegenseitige Verständnüs, wie es in Star Trek vorherrscht:

Der Betazoid nimmt mehr von seiner Umwelt und seinen Mitmenschen wahr. Die Umwelt bzw. die Mitmenschen wissen ohne Verständnüs für das Problem deshalb gar nicht, dass sie den Betazoiden stressen oder ihm mit einer Kleinigkeit derart auf den Sack gehen können, dass dieser sie am liebsten lynchen würde.

Und anders: Der Betazoid entdeckt etwas in seiner Umgebung - in seiner Wahrnehmung strahlt das Entdeckte heraus wie ein Licht in der Dunkelheit. Aber der Nicht-HSP nimmt dieses Etwas überhaupt nicht wahr, weil es in seiner Wahrnehmung nichts Besonderes ist.
Der Nicht-HSP denkt über die freudige Entdeckungs-Reaktion des HSP: "WTF will der denn??"
Und der HSP denkt über die Nichtentdeckung durch den Nicht-HSP: "Man ist das frustrierend."

Solche Erlebnisse hatte ich schon oft. Und ich sage Dir: Es ist für uns HSP nicht nur anstrengend neben Euch Nicht-HSP - es kann manchmal sogar fürchterlich sein; bei Geräuschstörungen - vor allem im Konzert - habe ich sogar zuweilen Mordgedanken.

Ich hätte jetzt noch eine ganze Latte Real-Erlebnisse als Beispiele zu liefern, aber wenn ich die alle posten würde, dann müsste ich eine Sonderspende an
Sakura abführen, weil wir dazu zusätzliche Speicheranbieter bräuchten.
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Lolimat
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Re: Sind Girllover hochsensible Menschen? (mit Test)

Beitrag von Lolimat »

Und was willst Du mir jetzt mit all den vielen Worten genau sagen?

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Waldbär
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Re: Sind Girllover hochsensible Menschen? (mit Test)

Beitrag von Waldbär »

Lolimat hat geschrieben:Und was willst Du mir jetzt mit all den vielen Worten genau sagen?
:rotfl: Der war genial. -

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Smaragd aus Oz
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Re: Sind Girllover hochsensible Menschen? (mit Test)

Beitrag von Smaragd aus Oz »

[color=#000000]Lolimat[/color] hat geschrieben:Und was willst Du mir jetzt mit all den vielen Worten genau sagen?
Damit wollte ich Dir sagen, dass der zitierte Satz nicht einfach so frech daher gesagt ist, und versuchte Dir zu erklären, dass er und auch warum er wahr ist.
Das steht doch oben als Einleitungssatz in meinem Beitrag drin, jedenfalls in meiner Version des Forums. :|


Wenn man unsensibel ist, dann ist es natürlich uninteressant, wie die anderen Menschen empfinden, und dann gehen solche Erklärungen am Arsch vorbei. Genau das ist das Problem des fehlenden Verständnüsses, von dem ich schrieb!
Aus Deiner Sicht waren meine vielen Worte also tatsächlich leere Worte und konnten mit irgendwelchen Smilie-Blödeleien beantwortet werden. :?

Und schon haben wir einen praktischen Fall, bei dem HSP über die Nichtwahrnehmung von Nicht-HSP frustriert ist. Toll. :)


Hier ist jedes Wort zuviel. Schönen Tag noch.
:arrow:
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Perma
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Re: Sind Girllover hochsensible Menschen? (mit Test)

Beitrag von Perma »

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Besser jetzt?
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Lebensneugieriger
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Re: Sind Girllover hochsensible Menschen? (mit Test)

Beitrag von Lebensneugieriger »

Hier meine nicht sehr ernsgenommene *Diagnose* oder wie man es auch nennnen soll..


Sie haben 225 Punkte!

(Punkte-Anzahl 188 bis 300)
Sie sind mit an Gewissheit grenzender Sicherheit eine HSP. Hochempfindlichkeit beginnt bei 163 Punkten. Je weiter Ihre Punkte-Anzahl über 200 liegt, umso mehr sollten Sie darauf achten, sich in kein Schneckenhaus zu verkriechen. Sie werden sicher noch glücklicher und leistungsfähiger sein, wenn Sie nicht versuchen zu leben wie ein nicht-HSP. Arbeiten Sie daran Wege und Möglichkeiten zu finden, um in einer Ihnen angenehmen Weise Kontakt mit der Welt zu halten. Die Welt braucht Sie und Ihre Empfindsamkeit. Sie sind eine Bereicherung. Ausführlichste Beschreibungen, aber auch viele hilfreiche Tipps, wie Sie mit dieser Anlage optimal umgehen können finden Sie auch in dem Buch "Zart besaitet - Selbstverständnis, Selbstachtung und Selbsthilfe für hochempfindliche Menschen", von dem Sie die ersten 4 Kapitel (von insgesamt 8) auf der Webseite des Verlages online probelesen können.
Eines Tages werde ich meiner Jugend melancholisch zuwinken, und bitten dass sie zurückkommt, wie ich jetzt meine verlorene Kindheit wiederbeleben möchte

Give me 5 5 5 and I will slap you 6 6 6
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Sascha
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Re: Sind Girllover hochsensible Menschen? (mit Test)

Beitrag von Sascha »

Perma hat geschrieben:Testergebnis: 157 Punkte.

Klassenziel wohl knapp verfehlt.
Huch, was bist du denn für ein Sensibelchen? Ich komme auf 137. :D
In jedem Falle raten wir Ihnen mit sich selbst, aber auch mit anderen merklich empfindsamen Menschen nachsichtig und geduldig zu sein - es könnte sein, dass Sie einen Hang zur (unbewussten) ideologischen Rücksichtslosigkeit haben.
Nun, dass ich rücksichtslos gegenüber den Ideologien anderer Leute bin, weiß ich, und das ist auch eine ganz bewusste Entscheidung.

Nach mehreren weiteren Versuchen (bei denen ich erstaunlicherweise immer bei der 137 blieb) bin ich auf 133 gekommen und lese folgendes:
Für eine HSP kann es manchmal anstrengend neben Ihnen sein.
Glaube ich eher nicht.

Denn die niedrige Punktzahl bei mir eher was mit rein körperlichen Aspekten zu tun, die in der Abfrage ja eine große Rolle spielen - der ganze Bereich Medikamentenunempfindlichkeit und all die Fragen ob äußere Umstände (Lärm etc.) mich stören. Und Angst ist bei mir auch extrem unterentwickelt.

Als Boylover hat es Vorteile, wenig sensibel zu sein, was solche Äußerlichkeiten betrifft. Da pflegen Jungs nämlich kaum Rücksicht drauf zu nehmen.

Trotzdem, in mancher Hinsicht kann man auch neidisch werden. Es ist zwar finanziell sehr praktisch, wenn einem auch der billigste Wein (Hauptsache trocken) genauso schmeckt wie der Top-Wein, und ein Kaviarbrötchen zwar schmeckt, aber ein gesalzenes Butterbrötchen es genauso tut. Aber das bedeutet wohl irgendwo auch, dass man die besondere Qualität auf diesem Gebiet nicht würdigen kann, dass einem da etwas entgeht.

Oder auch nicht? Vielleicht ist meine Freude am gesalzenen Butterbrötchen genauso groß wie die des Genießers am Kaviarbrötchen, und er kann lediglich dem Butterbrötchen überhaupt nichts abgewinnen?

Bei dem von Smaragd aus Oz genannten Kriterium
bei Argumentationen totale Ablehnung bei abweichender Ansicht / kapitulierende Unterordnung bei Identifikation mit Argumentation des Kontrahenten
bin ich auch total unsensibel. Mir machen Diskussionen mit Andersdenkenden sogar Spaß, und wenn ich mich mit der Argumentation des Kontrahenten identifizieren kann, freut mich das, und hat für mich nichts negativ besetztes wie "kapitulierende Unterordnung".

Andererseits,
Getriebenfühlen, wenn jemand auf mich wartet oder etwas von mir erwartet
kenne ich auch, bin daher bei Verabredungen eher überpünktlich. Und was das Einfühlen in andere, insbesondere Jungs, betrifft, so fühle ich mich da keineswegs auch nur irgendjemandem unterlegen - im Gegensatz zum Vorurteil von der Unfähigkeit, die Emotionen der Kinder richtig zu deuten.

Aber dieses Vorurteil hat ja eine rein ideologische Grundlage. (Oder es stammt von Beobachtungen über Ersatztäter.) Denn wir sehen ja, und das ziemlich glaubhaft, massenweise Kids mit Spaß am Sex. Die darf es aber nach der Ideologie überhaupt nicht geben.

Sicherlich wäre es schön, wenn man dazu ein unabhängiges Kriterium gäbe. Dazu dient mir allerdings mein Erfolg bei Jungs. Jemand, der sie nicht versteht, nicht auf ihre Emotionen eingehen kann, dürfte wohl kaum bei ihnen beliebt sein, zumindest nicht so wie ich es gewohnt bin.
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Sascha
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Re: Sind Girllover hochsensible Menschen? (mit Test)

Beitrag von Sascha »

Smaragd aus Oz hat geschrieben:Deshalb finde ich den Ratschlag am Ende des Testes geradezu bösartig:
Testergebnis hat geschrieben:Je weiter Ihre Punkte-Anzahl über 200 liegt, umso mehr sollten Sie darauf achten, sich in kein Schneckenhaus zu verkriechen. Sie werden sicher noch glücklicher und leistungsfähiger sein, wenn Sie nicht versuchen zu leben wie ein nicht-HSP. Arbeiten Sie daran Wege und Möglichkeiten zu finden, um in einer Ihnen angenehmen Weise Kontakt mit der Welt zu halten.
Der Lärmempfindliche soll also rausgehen und sich neben einen Presslufthammer stellen, der Lichtempfindliche soll sich mit offenen Augen in die Sonne legen, der Mitfühlende soll Samariter werden bis er vor Schmerzabsorption selbst zu Tode geht, der Zweifelnde und Abwägende soll sich mit Problemen beschäftigen bis sein Kopf eine Division durch Null macht??
Die spinnen.
Ich denke, du hast sie missverstanden. Sicherlich etwas widersprüchlich formuliert.

Aber ich interpretiere das so: Nicht versuchen, wie ein Nicht-HSP zu leben - damit scheitert man und zieht sich dann als Reaktion in ein Schneckenhaus zurück. Statt dessen einen Weg finden, wie man auch außerhalb des Schneckenhauses schön leben kann.

Also rausgehen, aber eben nicht neben den Presslufthammer stellen, sondern dorthin gehen, wo es ruhig ist.

Oder falls dir mein Diskussionsstil nicht passt, mich einfach ignorieren, aber deswegen nicht gleich aus dem Forum abmelden.
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Smaragd aus Oz
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Re: Sind Girllover hochsensible Menschen? (mit Test)

Beitrag von Smaragd aus Oz »


Hallo Sascha,

Dein Stil ist doch OK.
Ich habe nicht geschrieben, dass ich Nicht-HS doof finde, sondern wollte mit meinem Beitrag von 23:38 Uhr nur exemplifizieren, dass der zitierte Satz "manchmal anstrengend sein" zutrifft.
[color=#000000]Sascha[/color] hat geschrieben:Ich denke, du hast sie missverstanden.
...
Aber ich interpretiere das so: Statt dessen einen Weg finden, wie man auch außerhalb des Schneckenhauses schön leben kann.

Also rausgehen, aber eben nicht neben den Presslufthammer stellen, sondern dorthin gehen, wo es ruhig ist.
Ja, so wird das bestimmt gemeint gewesen sein.

Einfach ist das trotzdem nicht, denn selbst wenn ich mir mein Leben nach meinen Bedürfnissen einrichte und die mir angenehmen Orte aufsuche, so stehe ich trotzdem im Spannungsverhältnüs zur Umwelt, denn ich suche dann nicht die Orte auf, die ein Nicht-HS üblicherweise aufsucht bzw. reagiere immer noch anders als er.
Das sorgt bei den normalen Menschen für Irritation - und das verursacht neuen Stress, ganz besonders unter dem oben genannten Punkt "Was denkt diese Person gerade über mich?".
Denn:
Indem ich mich zwanghaft in die andere Person hineinversetze, mich selbst aus ihrer Sicht betrachte und mich frage, was die Person über mich denkt, bin ich getrieben mich so zu verhalten, dass die normale Person nichts Komisches über mich denkt - und werde durch mich selbst gehetzt, mich "normal" zu verhalten, also so wie ein Nicht-HS.
Das ist ein Teufelskreis.


Wenn den HS das Ticken einer Uhr stört oder irgendein alltäglicher Umwelteinfluss, dann bekommt er von den Normalen oft die Aussage zu hören, dass er sehr "empfindlich" sei.
Nun, diese Aussage ist objektiv zwar richtig, denn der HS ist empfindlich.
Doch diese Aussage wird in der Regel wertend ausgesprochen, mit einem negativen Einschlag: als Vorwurf, so als könne man etwas dafür, und mit dem Tenor: "Hab dich nicht so", so als könne man es einfach abschalten.

Es ist auch schwierig, den normalen Menschen den Grund für das anomale Empfinden zu erklären, weil es für HS offenbar noch kein gesellschaftliches Bewusstein gibt, siehe oben das übliche "Hab dich nicht so".

Wenn ich offenbare, dass mich das Ticken der Uhr stört, das die normalen Menschen nicht mal wahrnehmen, dann bin ich in den Augen der normalen Menschen einfach nur "komisch". Pingelchen, Mimose, Weichei.
Und wenn ich dann anfangen würde etwas über Hochsensibilität zu erklären, dann würde ich diesen komischen Aspekt nur noch dramatisieren und mich in den Augen der Nicht-HS lächerlich machen - siehe die Reaktionen von Lolimat und Waldbär.
Denn wer weiß schon etwas über Hochsensibilität und kann das irgendwie einordnen? Ich selbst habe mich auch erst vorgestern zum ersten Mal bewusst damit beschäftigt.
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Sascha
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Re: Sind Girllover hochsensible Menschen? (mit Test)

Beitrag von Sascha »

Smaragd aus Oz hat geschrieben:Wenn ich offenbare, dass mich das Ticken der Uhr stört, das die normalen Menschen nicht mal wahrnehmen, dann bin ich in den Augen der normalen Menschen einfach nur "komisch". Pingelchen, Mimose, Weichei.
Und wenn ich dann anfangen würde etwas über Hochsensibilität zu erklären, dann würde ich diesen komischen Aspekt nur noch dramatisieren und mich in den Augen der Nicht-HS lächerlich machen - siehe die Reaktionen von Lolimat und Waldbär.
Hm, da kann ich offene Selbstironie empfehlen. "Ich bin ja auch sowas von einem Sensibelchen. Selbst dieses Ticken nervt mich. Ich muss wohl mal zum Psychodoktor gehen deswegen."

Leute, die über sich selber lachen können, kommen hervorragend bei anderen an. Versprochen. Und wenn du damit erstmal selbst ein paar gute Erfahrungen gesammelt hast, könnte sich vielleicht auch das "was denken die über mich" erledigen.
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Re: Sind Girllover hochsensible Menschen? (mit Test)

Beitrag von gelöscht_12 »

Ich würde diese Frage mit Ja beantworten. Pedos sind hochsensible Menschen. Vielleicht auch deshalb, weil Mädchen oder generell Kinder viel zarter, sprich sensibler in allem sind. Diese Sensibiliät können "wahre" Pedos viel besser wahrnehmen als stumpfe rauhe Menschen. Deshalb entsteht zwischen dem Pedo und dem Kind ein gewisses Resonanzfeld. Ein stumpfer Mensch kann die z.B. die sensiblen Gefühle eines Kindes nicht so wahrnehmen wie ein Pedo. Deshalb wird er sich auch nie ernshaft für das Kind interessieren. Ich sage immer: Gleiches gesellt sich zu Gleichem.
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