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naylee
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Registriert: 09.10.2008, 14:52
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Kinder und Pornos

Beitrag von naylee »

Schmunzeln musste ich bei diesen Zeilen, die ich eben las:

https://www.sueddeutsche.de/bildung/pornokompetenz-fuer-kinder-aufklaerung-nach-dem-sexuellen-overkill-1.1922576
Kinder müssen demnach erklärt bekommen, was sie auf dem Bildschirm gesehen haben, so die zeitgemäße Forderung. Die Aufklärung des Kindes ist heute oft kein Gespräch mehr, das auf etwas vorbereitet, nämlich auf die Konfrontation mit dem Thema Sex. Vielmehr ist sie eine Nachbereitung dieser Konfrontation - den Akt haben die Kinder schon gesehen, explizit und gut belichtet. Nun geht es darum, dass sie ihn auch verstehen.
Ähm... ja. Wenn man Kinder schon mit 11 oder 10 Jahren auf Pornos vorbereiten muss heutzutage, dann frage ich mich zwei Dinge:

1. Ist das überhaupt verwerflich?
2. Warum?

Gut, man könnte argumentieren, der größte Teil der Pornografie sei sexistisch und würde die Frauen in eine passive Rolle drängen. Sexuelle Verfügbarkeit für den Mann ist demnach das anzustrebende Ziel. Dass dies kein adäquates Selbstbild für Mädchen und Frauen sein kann, steht außer Frage.

Man könnte auch argumentieren, der derzeitig moderne Hochleistungs-Rammel-Spritz-und-Squirt-Bums hätte nicht viel mit Liebe zu tun und gibt den Kindern somit auch falsche Vorstellungen mit auf den Weg. Auch das muss ich uneingeschränkt gelten lassen.

Aber wo ist denn eigentlich das Problem? Erst kürzlich sah ich einen halbwegs aktuellen James-Bond-Film. Nein, ich habe ihn mir nicht ausgesucht, es war eher ein Ich-will-den-Mist-mal-gesehen-haben-Ding. Freigegeben ab 12 Jahren. Zufälligerweise also jenes Alter, in dem Kinder heutzutage mit Pornografie in Kontakt kommen.

Ich schaute mir also eine halbe Stunde dieses Mülls an und stellte fest:

- Mindestens zwei Dutzend Menschen wurden erschossen, deutlich sichtbar gefilmt.
- Viele von diesen Menschen wurden mit vollautomatischen Militärwaffen niedergemäht
- Die Frauen haben einzig und allein die Rolle der Verführerin. Sexistisch ohne Ende.
- Der maskulin wirkende Hauptdarsteller glänzt durch markante Sprüche und latenten Chauvinismus.
- Gut und Böse sind klar erkennbar.

Wo ist denn da der Unterschied zur Pornographie?

- Die Frau ist dem Manne untertan (Verfügbarkeit / Wollüstigkeit).
- Pure Gewalt (Rudel-Rammel-Bums / Waffenschau).
- Gut und Böse ist ebenfalls klar getrennt (die gute Frau hält still / die guten Absichten des James)

Warum sollte man nicht generell Pornos auch für Kinder freigeben, wenn doch Spielfilme mit nahezu gleichen Rollenvorbildern für Kinder erlaubt sind? Doch nur wegen der Freizügigkeit. Vulven. Penisse. Ejakulat. Das ist eklig und sollte im Verborgenen bleiben. Doch warum eigentlich? Wussten wir zu meiner Grundschulzeit nicht alle, wie Bumsen ging? Wir wussten nur nicht, dass man der Frau auch gehörig in die Muschi oder ins Gesicht wichst hinterher. Der ganze Rest aber war uns bekannt. Titten kneten. Muschi auf Pimmel. Pimmel in Muschi. Selbst das Küssen der Muschi war kein Geheimnis für uns.

Warum also tun wir uns so schwer das zu akzeptieren und Kindern ebenjenes zugänglich zu machen, was sie selbst hat entstehen lassen? Verstehe ich nicht...
Wie nur kann ich derjenige sein, vor dem die Kinder dieser Welt gewarnt werden, von dem sie sich fernhalten sollen, wenn sie doch meine Gegenwart ganz und gar erbaulich finden?
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Leni
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Re: Kinder und Pornos

Beitrag von Leni »

Die für mich wichtigste Botschaft in diesem Zusammenhang an meine Kinder ist, es ihnen klarzumachen, dass Pornos nicht real sind. Alles, was in Filmen und auf Bildern gezeigt wird, ist von den Darstellerinnen und Darstellern gespielt. Es gibt ein Drehbuch. Es ist alles inszeniert.
Du allein warst mein Beschützer, Inhalt meines Lebens.
Du warst mir ein Freund und Vater.
:herz:
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