Es geht um ein Mädchen, Mildred, das klüger wirkt als die Welt um sie herum, und um einen Vater, der plötzlich auftaucht, ohne wirklich vorbereitet zu sein auf das, was Beziehung bedeutet. Zwischen beiden entsteht auf einer Reise durch die wilde Landschaft Neu Seelands keine einfache Nähe, sondern etwas Fragiles, Tastendes, manchmal auch Unbequemes. Genau das hat mich überzeugt.
Nell Fisher ist großartig! Nicht einfach süß, nicht gespielt, sondern präsent. In ihrem Blick liegt diese Mischung aus Ironie, Einsamkeit und innerer Stärke, die ich sonst eher bei Menschen sehe, die schon viel erlebt haben. Sie erinnert daran, dass Kindheit oft weniger unbeschwert ist, als wir Erwachsene glauben wollen. Und so nebenbei, sie hat die zauberhaftesten geflochtenen Zöpfe, die ich seit langem gesehen habe.
Bookworm erzählt viel über Rückzug, über Fantasie als Schutzraum. Und darüber, wie schwer es sein kann, wirklich da zu sein für jemanden. Erwachsene wirken hier einmal nicht überlegen, sondern genauso unsicher wie Kinder. Das fühlt sich ehrlich an für mich.
Ich empfehle den Film, weil er Beziehungen nicht idealisiert. Weil er zeigt, dass Nähe oft aus kleinen, unspektakulären Momenten entsteht, aus Blicken, Pausen, halben Sätzen.
https://youtu.be/WLjVWIxwpao?si=y0eBrs9hiDbI_8pN