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BeitragVerfasst: 26.07.2021, 16:06 
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Ich bin heute auf einen Film gestossen, der mich sofort an mich erinnert hat und er scheint auch gut zu sein:

https://www.amazon.de/Mein-erstes-Wunder-Henriette-Confurius/dp/B0083FR9XK

Kurzbeschreibung

Ein flirrender Sommer am Meer. Die elfjährige Dole weiß, was sie will - auf keinen Fall erwachsen werden! Sie wittert abscheuliche Kompromisse. Hermann ist bereits Mitte vierzig und hat Familie. Aber auch er findet, dass man sich nicht darum reißen muss, erwachsen zu sein. Als Dole in den Sommerferien mit ihrer Mutter auf den kindsköpfigen Familienvater trifft, ist sie begeistert. Zum ersten Mal jemand, der sie versteht! Herrmann geht es nicht anders. Zwischen den beiden entwickelt sich eine außergewöhnliche Freundschaft, eine große Liebe, die den Urlaub überdauert. Beider Umwelt jedoch reagiert mit Misstrauen und Panik auf diese Beziehung. Eines Tages verschwinden die beiden. Mein erstes Wunder basiert auf einer wahren Geschichte. "Nicht die Liebe eines Mannes zu einer Frau, nicht die Liebe eines Vaters zu seinem Kind. Es war etwas anderes". Dieses andere wird hier erzählt.

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Du allein warst mein Beschützer, Inhalt meines Lebens.
Du warst mir ein Freund und Vater. Ich liebe dich.
:herz:
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BeitragVerfasst: 26.07.2021, 16:12 
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Achtung Spoiler

»Mach Deine Augen zu und Alles, was Du siehst, gehört Dir«, verspricht Herbert Dole. Ein Verspre­chen, das ihr erstes Wunder bedeutet. Das Wunder einer außer­ge­wöhn­li­chen Liebe.

Doles Mutter Franziska, von Juliane Köhler gewohnt fahrig verkör­pert, ist allein­er­zie­hend. Im Sommer fährt sie mit Dole ans Meer. Während sich Franziska dem Hotel­ma­nager Philipp zuwendet, schlägt Dole den Trotz-Kurs ein, und verwei­gert sich dem Fami­li­en­spiel. Fami­li­en­vater Herbert (Leonard Lansink) geht es ähnlich, er gehört auch nicht dazu. Dem eigenen Sohn ist es vor den anderen Kindern peinlich, daß Herbert immer überall dabei sein will und am Strand die größten Sand­burgen baut. Auch die eigene Frau nimmt seinen Spiel­trieb nicht ganz ernst. Von Doles eigen­bröt­le­ri­schen Tauch­gängen ist Herbert sofort faszi­niert. Als Dole abends impulsiv die bedrü­ckende Pseudo-Idylle eines Abend­es­sens mit Philipp, durch den sie ihren Liebes­vor­rang bei der Mutter bedroht sieht, verlässt, will Herbert sie von einem Baugerüst retten und ruiniert dabei in seiner Tolpat­schig­keit die ganze Baustelle. Bei der gemein­samen Straf­ar­beit zur Scha­dens­be­sei­ti­gung kommen Dole und Herbert sich näher, und er beginnt, ihr seine Welt zu zeigen. Eine kindlich – poetische Welt, die von Elfen regiert wird. Leonard Lansinks unver­schämt ehrlichem Gesicht glaubt man seinen Glauben an die Träu­merein. Schon jetzt ist klar, daß der gutmütige Kerl in der Erwach­se­nen­welt völlig verloren sein muß.

Mit einer Unter­wasser-Kamera dringen die beiden, nach Phan­tas­ti­schem suchend, auf den Grund des Meeres vor, und Dole foto­gra­fiert den Tanz der geheimnsi­vollen Wesen, die sich – laut Herbert – am liebsten von Wackel­pud­ding ernähren.

Das ungleiche Paar stößt auf Ablehnung bei Herberts Familie. Für Dole, von Henriette Konfurius herz­zer­reißend echt und forderd darge­stellt, bricht eine Welt zusammen, als Herbert die Existenz ihrer Fanta­sie­welt verleugnet.

Wieder zu Hause, kommt sie mit dem quälenden Schul­alltag nicht zurecht und sehnt sich ans Meer zurück. Herbert staunt dagegen bei der Entwick­lung der Urlaubs­fotos: durch eine Doppel­be­lich­tung sind darauf tatsäch­lich Doles Elfen zu sehen! Regis­seurin Anne Wild zeigt hier einen wunder­schönen Moment, in dem sich Traum und Realität berühren und ein einfacher, tech­ni­scher Vorgang Unsicht­bares sichtbar werden lässt.

Herbert macht Dole in ihrer Schule ausfindig, die innige Freund­schaft der beiden blüht wieder auf. Sie treffen sich regel­mäßig. Ihre außer­ge­wöhn­lich sensible Wahr­neh­mung verbindet sie. Franziska und Herberts Frau Margot verbieten schließ­lich den Kontakt. Dole sucht Herbert bei einer Fami­li­en­feier auf und sagt schlicht: »komm, wir gehen«. In diesen Worten liegt eine derartig unaus­weich­liche Unbe­dingt­heit, daß Herbert einfach mit ihr gehen muß. Auf ihrer Reise zurück ans Meer hinter­lassen die beiden eine Spur von Glück. Überall, wo sie gewesen sind, scheint es hinterher ein wenig mehr zu leuchten. So wie die Elfen, die nur für Dole und Herbert unter Wasser tanzen.

Franziska und Margot verfolgen die Spur der Flüch­tigen. Auch diese Reise dient einer Erkenntnis: Margot erkennt, was ihr Herbert eigent­lich bedeutet, und Franziska rauft sich wohl oder übel mit Margot zusammen, die ihr durch ihr schlichtes Gemüt die Augen über ihren versnobten Lebenstil öffnet.

Die Ausbre­cher verlieren während­dessen mehr und mehr den Bezug zur Realität. Vor allem Herbert steigert sich in etwas hinein, was er bisher immer unter­drü­cken mußte. Dole soll nur ihm allein gehören, sie allein versteht ihn.

Nie werden im Film gewisse Grenzen des zwar intimen, aber nicht sexuellen Verhält­nisses der beiden Haupt­fi­guren über­schritten. In schlichten, poeti­schen Bildern wird die innere Brüchig­keit der Prot­ago­nisten spürbar. Wer an Pädo­philie denkt, liegt gründlich falsch. Herberts Liebe zu Dole hat vielmehr mit Bewun­de­rung und der gemein­samen Eroberung einer wunder­samen Welt zu tun, die manchen Menschen stets verborgen bleibt. In Mein erstes Wunder beschreibt Anne Wild auf eigen­willig-einfühl­same Weise die Reinheit einer Zunei­gungs­form, für die es keine rationale Erklärung gibt. Trotzdem werden Dole und Herbert von ihrer Umwelt als »Liebes­paar« gesehen. Wie zwei einsame Helden einer verlo­renen Zeit folgen sie ihrem Traum vom Glück, der in der Hektik des gegen­wär­tigen Alltags keine Halt­bar­keits­chance zu haben scheint und nicht nur von der Außenwelt bedroht wird.

Berührend und tragisch zugleich ist die Erkenntnis, wie groß die spie­le­ri­sche Macht dieses jungen Mädchens über einen erwach­senen Mann sein kann, der sich nichts mehr wünscht, als einen Menschen, der seine Kind­lich­keit teilt. Dole wiederum braucht jemanden, der ihr erstmal zeigt, was Kindsein bedeutet. Nur dann kann sie erwachsen werden – und wird es auch. Herbert dagegen ergibt sich mehr und mehr einer gren­zen­losen Verspielt­heit. Eine weise Melan­cholie, die zwei Seelen anhaftet, die sich aufgrund einer gemein­samen Weltsicht finden und anein­ander fest­halten. Dann entwi­ckeln sie sich in unter­schied­liche Rich­tungen, »wachsen« buchs­täb­lich anein­ander vorbei und drohen daran zu zerbre­chen, wenn sie sich nicht wieder trennen.

Leise und nicht ohne einen Hauch liebe­voller Ironie beob­achtet Anne Wild ihre viel­schich­tigen Figuren, führt sie ohne erhobenen Zeige­finger der Unaus­weich­lich­keit ihres Schick­sals entgegen und verliert nie die Nähe zu ihrer Inner­lich­keit. Eine warm­her­zige und ganz besondere Geschichte über das Erwachsen- und wieder Kind Werden, verbor­gene Sehn­süchte und Seelen­ver­wandt­schaft.

Nichts ist schöner als der poetische Blick auf zwei Menschen, die den Alltag bestaunen, als sei er ein Wunder in sich. Das ist Anne Wild gelungen und macht Mein erstes Wunder so unbe­stritten sehens­wert. Alles, was Du eben gesehen hast, könnte Dir gehören!

Felicitas Darschin

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BeitragVerfasst: 26.07.2021, 16:21 
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Dole, mit ihren elf Jahren gerade an der Schwelle zur Pubertät, will lieber Kind bleiben und opponiert gleichzeitig heftig gegen den neuen Lebenspartner der Mutter. Hermann wiederum, Familienvater Mitte 40, hat den Zugang zu dem Kind in sich nie verloren, was seiner Umgebung mitunter heftig auf die Nerven fällt. Als Dole in den Sommerferien auf Hermann trifft, ist sie begeistert. Endlich jemand, der sie versteht! Hermann geht es nicht anders. In ihrer Wesensverwandtschaft entsteht zwischen den beiden eine große Liebe, die den Urlaub überdauert. Doch ihre Umwelt reagiert alles andere als verständnisvoll. Der Briefwechsel zwischen Dole und Hermann verstört vor allem Hermanns Frau. Ihr zuliebe bricht er den Kontakt ab. Doch kurz darauf steht Dole nach einem Streit mit ihrer Mutter vor Hermanns Tür, um gemeinsam mit ihm davonzulaufen. Hermann lässt sich überreden. So machen sie sich auf die Reise zurück ans Meer, wo ihre Träume wohnen. Irritiert und verzweifelt verfolgen Doles Mutter und Hermanns Frau ihre Fährte. Doles und Hermanns Reise endet am Meer. Während Hermann den Blick der Kindheit wiederfindet, wird Dole erwachsen. Und begreift, dass die Wunder trotzdem nicht für immer verloren sind. (Text: SWR)

Deutscher Kinostart08.05.2003

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BeitragVerfasst: 11.08.2021, 01:51 
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Trailer

https://www.youtube.com/watch?v=K7-RybIVQlM

Ich bin so verzaubert von diesem Satz: :herz:

Noch nie hatten sie jemandem so gefallen, wie sie einander gefielen. Noch nie.

Zusammen konnten sie etwas, was selten ist: Einfach glücklich sein

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BeitragVerfasst: 23.08.2021, 00:26 
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Der Film ist einfach wunderbar. Also wenn ihr ihn sehen könnt, unbedingt anschauen.

Liebe Grüße
asGL
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BeitragVerfasst: 26.08.2021, 21:40 
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Leni hat geschrieben:
11.08.2021, 01:51
Ich bin so verzaubert von diesem Satz: :herz:

Noch nie hatten sie jemandem so gefallen, wie sie einander gefielen. Noch nie.
Zusammen konnten sie etwas, was selten ist: Einfach glücklich sein
Ich auch! :herz:

Den Film habe ich mir nun übrigens ebenfalls bestellt. Ich bin schon gespannt.

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BeitragVerfasst: 23.09.2021, 15:38 
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Ich habs gesehen, ist total schön. Nur mit dem Schluß komm ich noch nicht klar, weil er einfach plötzlich von der Bildfläche verschwindet. Muss ich nochmal schauen....

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BeitragVerfasst: 29.09.2021, 01:17 
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Hallo Namielle,

hast du ihn jetzt gesehen?

Warum verschwindet denn Hermann in der letzten Szene einfach so?

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BeitragVerfasst: 29.09.2021, 06:47 
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Ich erinnere mich nicht mehr genau an den Schluss..
Aber ich vermute dass er so ist um eben zum Nachdenken zu bewegen und sich selbst seine Gedanken zu machen...

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der Indianer in Nordamerika
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BeitragVerfasst: 29.09.2021, 16:36 
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Danke Livinginwonderland.

Ich war so verzaubert, als die beiden Frauen (Mutter und die Ehefrau) auf die Suche nach den beiden gingen und eine Verkäuferin schwärmend sagte" ja, die waren hier, so ein schönes Liebespaar!!!"

Und die beiden Frauen sich daraufhin ganz böse anguckten :wink:

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BeitragVerfasst: 11.12.2021, 00:52 
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Der Film stammt aus dem Jahre 2003 und du bist erst jetzt auf diesen aufmerksam geworden?
Das grenzt schon an Ignoranz oder gar Blasphemie!
Die DVD hatte ich kurz nach ihrem Erscheinen und sie hat heute noch einen Ehrenplatz!
Henriette Confurius, wer könnte sie je vergessen!

Ich hatte übrigens schon im Jahre 2003 über diesen Film berichtet, aber dann wurde ich auf eigenen Wunsch aus diesem Forum gelöscht. Nur zur Anmerkung.
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BeitragVerfasst: 11.12.2021, 21:04 
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2003 gab es dieses Forum doch noch gar nicht? :P
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BeitragVerfasst: 18.12.2021, 22:04 
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Arrowhead hat geschrieben:
11.12.2021, 21:04
2003 gab es dieses Forum doch noch gar nicht? :P
Aber davor gab es das Forum von Okke. Du bist so jung und glaubst gar nicht was vor dir da war! Aber ich bin froh dass du heute da bist!
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