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BeitragVerfasst: 14.03.2021, 23:58 
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Adaptation of Inge Schilperoord's controversial novel Muidhond about 23-year-old paedophile Jonathan, who has just been released from prison due to a lack of evidence. With his mother and in a new apartment, he tries to put his life back on track whilst controlling his urges. To keep his mind off things he takes care of a muidhond, a carp with supposedly healing properties. Unfortunately, though, the 10-year-old girl next door is determined to be his friend.

Jonathan's inner struggle is made tangible by the camera perspective that alternates between what he sees and an intense focus on him. The film, supported by John Parish's measured soundtrack, delves deeply into the emotional life of a man who doesn't want to be what he is, but – as he desperately puts it – "cannot be anything else".
Hat den schon jemand gesehen? Die Beschreibung klingt für mich ja stark nach Kopfplatzen und lässt somit eigentlich nichts Gutes erahnen. Aber: Immerhin mit einem Mädchen statt einem Jungen! Und in den Vorschaubildern sieht die sogar ganz süß aus... :oops:

Also ich werde mir den Film wohl bald mal anschauen und dann nochmal berichten.
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BeitragVerfasst: 15.03.2021, 07:18 
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Die Beschreibung klingt ja wirklich mal wieder schlimm, "versucht, seine Triebe zu kontrollieren" und "unglücklicherweise ist das 10-jährige Nachbarsmädchen entschlossen, seine Freundin zu werden". :roll: Vielleicht hat die Kleine als Einzige erkannt, was ihm fehlt?
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BeitragVerfasst: 15.03.2021, 14:57 
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Ich hab diese Seite gefunden. Ist die ok? Da steht nichts von Kosten, oder seh ich es nicht?

https://petebordner.home.blog/2020/01/15/hd-muidhond-2019-ganzer-film-deutsch/

(dem Trailer nach hab ich etwas Schiss, den anzuschauen. Kopfplatzen hab ich immer noch nicht verdaut)

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BeitragVerfasst: 17.03.2021, 23:59 
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Keine der Seiten die Filme ohne Kosten anbieten lässt erkennen das der Klick auf ansehen Gefahren birgt, von daher wäre ich da Vorsichtig, es kann OK sein, es kann eine Falle sein (Anwaltsbrief mit Abmahnung folgt), Behörden könnten die Seite im Blick haben - nur um ein paar möglichkeiten auf zu zeigen ...
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BeitragVerfasst: 18.03.2021, 13:50 
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Danke Horizonzero, das Risiko geh ich nicht ein.

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BeitragVerfasst: 19.03.2021, 20:56 
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Boah, was hat mich der Film auf die Palme gebracht, als ich ihn gestern geguckt habe. Nein, keine Empfehlung!

Es folgen Spoiler und eine wohl etwas zu ausführlich geratene Besprechung.

...

...

...

In der ersten Hälfte des Films ist alles sehr ambivalent gehalten. Es gibt eigentlich nur drei Dinge, die wir wirklich wissen: dass Jonathan gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde, dass er pädophil ist und damit so seine Probleme hat, dass das neue Nachbarsmädchen Bes sich mit ihm anfreunden will.

Warum genau war Jonathan im Gefängnis? Wurde er entlassen, weil er unschuldig ist, oder weil seine Schuld nicht bewiesen werden konnte? Und die Frage, die sich in nahezu allen Szenen mit Bes stellt: Ist Jonathan wohl grade kurz davor, sich an ihr zu "vergehen"?

Antworten bekommen wir lange Zeit keine. Die Art und Weise, wie das alles präsentiert wird, lädt den Zuschauer aber ganz herzlich dazu ein, erstmal vom Schlimmsten auszugehen. Bedrohliche Musik, dramatische Nahaufnahmen, ständig so ein Unschärfe-Filter, wenn wir die Dinge aus Jonathans Sicht gezeigt bekommen. Dabei ist Jonathan eigentlich schon so etwas wie das "Pädo-Ideal" des heutigen Zeitgeists. Hasst sich für seine Gefühle, hat Angst vor sich selbst, versucht immer wieder, Abstand zu Bes herzustellen. Letzteres teilweise auch recht rabiat und kompromisslos: In einer Szene etwa hat Bes sein Haus betreten, als Jonathan abwesend war. Nachdem er zurückkommt und sie dann in seinem Zimmer vorfindet, packt er sie am Arm und zerrt sie so richtig unsanft aus dem Zimmer, die Treppen runter und nach draußen, während sie ruft, dass er ihr wehtun würde. Und dann schlägt er ihr wortlos die Tür vor der Nase zu.

Bes lässt aber trotzdem nicht so schnell von ihm ab, und so wird Jonathans "Entschlossenheit" mehr und mehr aufgeweicht. Neben all den Ablehnungen, die Bes erdulden muss, kommt es auch immer mal wieder zu kurzen Episoden, wo Jonathan sich dann doch "traut", etwas Zeit mit ihr zu verbringen - etwa einmal, als Bes ihn während eines Spaziergangs mit seinem Hund abfängt und ihn dazu einlädt, einmal ihre kleine Fantasie-Hütte zwischen den Dünen der belgischen Pampa zu besichtigen.
Es kommt auch zu nichts, was wirklich die Bezeichnung Übergriff verdient hätte. Da gibt es eine Situation, in der Jonathan einer nassen Bes beim Abtrocknen helfen möchte, und die Art und Weise, wie er Anstalten macht, gaaanz zaghaft mit dem Handtuch über ihren Rücken fahren zu wollen, lässt vermuten, dass das für ihn in dieser Situation auch eine gewissermaßen "sexuell motivierte" Handlung gewesen ist. Bes sagt aber bestimmt "Das kann ich schon alleine!" und Jonathan meint nur "...Klar." und lässt sie das dann auch allein machen.

Nichtsdestotrotz trifft Jonathan dann irgendwann erneut die Entscheidung, dass es wohl besser wäre, er würde Bes nicht mehr sehen. "Das geht nicht, du brauchst mich und ich brauche dich!", sagt Bes. Nein, es sei nicht erlaubt. Bes sucht die Schuld bei sich. "Was habe ich denn getan?"

Und dann passiert etwas Bemerkenswertes. Die ganze Zeit bis jetzt drehte sich alles nur um Jonathan. Aber nun wechselt der Film für einen kurzen Moment die Perspektive und wir begleiten Bes, wie sie ganz niedergeschlagen wieder in ihr Haus stiefelt. Und wir sehen: Dunkelheit, heruntergelassene Jalousien am helllichten Tage. Überall im karg eingerichteten Wohnzimmer stapelt sich Müll. Auf dem Sofa liegt die Mutter, offensichtlich betrunken, und hat so gar keinen Bock darauf, sich mit ihrer Tochter zu beschäftigen. Und Bes steht einfach nur da, völlig verloren. Es ist die bis dahin wohl erdrückendste Szene in diesem ohnehin nicht gerade locker-fröhlichen Film.

Bes braucht Jonathan wirklich...?

Und so wird der Pädo für kurze Zeit fast schon zu so etwas wie einem Hoffnungsträger. Denn vielleicht, ja, vielleicht kann Jonathan es ja doch schaffen, mit sich selbst ins Reine zu kommen und eben für Bes dieser Mensch zu sein, den sie so dringend braucht. Und umgekehrt: Vielleicht kann Jonathan ja grade durch den Umgang mit Bes lernen, dass er eigentlich gar kein Monster ist - dass die Gesellschaft oder auch seine eigene Mutter ihm Unrecht getan haben.

Die Geschichte nähert sich ihrem dramatischen Höhepunkt, als Jonathan eines Abends mitbekommt, wie Bes und ihre Mutter draußen einen üblen Streit haben, der letztendlich damit endet, dass die Mutter ihrer neunjährigen Tochter ins Gesicht brüllt, sie solle doch einfach abhauen. Das macht Bes dann auch. Und Jonathan heftet sich unauffällig an ihre Fersen. Schließlich, es ist mittlerweile stockdunkel, spricht er Bes an und fragt sie, was sie nun tun will. Ihr Plan: Nach Brüssel, wo wohl ihr Vater wohnen soll. Jonathan: "Zu Fuß wird das nichts, frag doch diesen Typen, der da vorne an seinem Auto steht, ob er dich mitnehmen kann."
Und Bes läuft langsam in die Richtung, da wird Jonathan wohl bewusst: "Moment, habe ich grade wirklich einer Neunjährigen angeraten, sie könne doch mitten in der Nacht wildfremde Menschen ansprechen um in eine für sie unbekannte Stadt zu trampen, wo vielleicht, vielleicht aber auch nicht, irgendwo ihr Vater auf sie warten könnte?" Und so kommt Jonathan zur Besinnung, und anstatt sich von seiner Verantwortung für dieses kleine Mädchen loszusprechen, fragt er Bes, ob sie nicht erstmal mit zu ihm kommen wolle, etwas fernsehen oder so. Überglücklich dreht Bes sofort um und fällt ihm in die Arme. :herz:

Im Bett liegend verlangt Bes später eine Gute-Nacht-Geschichte. Jonathan kennt keine. Ob er dann nicht etwas von ihm selbst erzählen könne, fragt Bes. Nein, nein. Was er eigentlich so für ein Mensch sei, will Bes wissen. Das habe er vergessen. Er könne sich nicht erinnern. Schweigen. Aber dann offenbart Jonathan ihr, dass er immer das Gefühl habe, er könnte nicht anders, als ehrlich mit ihr zu sein. Und so erklärt er ihr, er sei einst ein Monster gewesen.

"Du bist kein Monster.", versichert ihm Bes, bevor sie einschläft.

--- Achtung, "Plot-Twist" incoming... Hier aufhören, zu lesen, wenn ihr euch nicht auch so aufregen wollt, wie ich mich gestern. :( ---

UUUUNNNND dann beginnt Jonathan, sich über das schlafende Mädchen herzumachen - ihre Kleidung beiseite zu schieben, über ihre nackten Beine zu streicheln, sie zu küssen. Bes wird wach. Jonathan macht weiter. Erst nachdem sie, sichtlich verstört, sagt, dass er ihr Angst mache, da hört Jonathan endlich auf. Und geht. Und bricht später auf der Straße zusammen.

So schnell kann es gehen. All die Ambivalenz über Bord geworfen. Und denjenigen, die sich schon von Anfang an dachten, dass das niemals gut gehen könne, Recht gegeben. Bravo!

Ganz am Ende des Films erhält Jonathan einen Brief der Justiz. Der Fall, der ihn ins Gefängnis gebracht hat, aber dann doch nicht, weil man nichts Handfestes hatte... der wird wieder aufgerollt, es seien wohl neue Aussagen oder Beweise aufgetaucht. Jonathans Mutter, im Film sonst immer gut mit dabei gewesen, wenn es darum ging, ihren Sohn zu verdächtigen, versucht ihn zu trösten: "Nicht aufgeben."
Aber Jonathan resigniert.
Er sei so. Er könne sich nicht verändern.

Mit dieser Ankündigung, dass Jonathan wohl wieder ins Gefängnis kommen wird, schließt der Film. Die Botschaft: Er ist vielleicht eine arme Sau, aber da gehört er letztendlich auch hin. Alles andere ist illusorisch.

Und was ich erst nachher erfahren habe: Inge Schilperoord, die den Roman geschrieben hat, auf dem der Film basiert, ist Kriminalpsychologin.

Na, hätte ich das mal eher gewusst - ich wäre wohl nicht auf die Idee gekommen, zwischenzeitlich tatsächlich etwas von diesem Film zu erwarten… :(
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BeitragVerfasst: 19.03.2021, 23:37 
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Danke, dass du über den Film berichtet hast.

Wie hast du den sehen können?

Du hast recht: ich wäre genauso enttäuscht.

......und wieder mal ein Film, der der Welt zeigt, dass Pädos sich nicht im Griff haben.

Gefängnis oder Selbstmord

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BeitragVerfasst: 20.03.2021, 21:29 
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Leni hat geschrieben:
19.03.2021, 23:37
Wie hast du den sehen können?
Habe ich während meines letzten Belgien-Urlaubs in einer Videothek aufgeschnappt. Für mehr Details müsstest du mir mal ne Mail schreiben oder so. :P

Aber lohnt halt eigentlich echt nicht wirklich. Der Film lässt dich hoffen und tritt das dann doch mit Füßen. Mir tun die Pädos leid, die noch nicht so "gefestigt" sind und dann sowas als ihre unweigerliche Zukunft ausgemalt bekommen...
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